Im Zeichen des Dreiländerecks

Kleinhüningen liegt ganz im Norden des Kantons am Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Es grenzt an die deutsche Stadt Weil am Rhein und das französische Hüningen. Bis 1893 war Kleinhüningen eine selbständige Gemeinde.

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Dorfkirche

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Rhein und Hafenbecken I

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Rheinhafen mit Hafeninsel

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Dreiländereck

Bauboom setzt erst nach der Jahrhundertwende ein

Gegen Norden und Osten grenzt Kleinhüningen an die deutsche Stadt Weil am Rhein. Gegen Westen trennt der Rhein das Quartier Kleinhüningen von der französischen Nachbarstadt Hüningen. Gegen Süden ist die Wiese erst nachträglich als Grenze ausgeschieden worden. Die frühere Banngrenze querte das heutige Klybeckquartier. Tafeln weisen auf den historischen Verlauf hin. Kleinhüningen war bis zum 1. Januar 1893, als die Verwaltung vom Kanton Basel-Stadt übernommen wurde, eine selbständige Gemeinde. 1908 wurde das Dorf dann eingemeindet. Kleinhüningen besitzt nur wenige historische Gebäude, die sich um den alten Dorfkern mit der protestantischen Kirche aus dem Jahr 1710 gruppieren.

Kleinhüningen war bis 1893 eine selbständige Gemeinde

Kleinhüningen ist ein Spezialfall unter den Basler Quartieren, denn bis zum 1. Januar 1893 war das Fischerdorf eine selbständige Gemeinde. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Verwaltung vom Kanton Basel-Stadt übernommen, bevor das Dorf 1908 vollständig eingemeindet wurde. Ursprünglich gehörte Kleinhüningen dem Markgrafen Friedrich von Baden, der 1640, nach dem Dreissigjährigen Krieg, den verwüsteten Ort für 3 500 Reichstaler an die Stadt Basel verkaufte. Die historischen Wurzeln reichen allerdings noch viel weiter zurück. So wurden Gräber gefunden, die um das 5. Jahrhundert angelegt worden waren. Auffallend ist die Tatsache, dass Kleinhüningen mit dem Elsässer Städtchen Hüningen, wie das Gross- und Kleinbasel, ebenfalls ein linksrheinisches Pendant hat.

Ausbau der Hafenanlagen

Kleinhüningen wurde erst nach der Jahrhundertwende vom Bauboom erfasst. Wie im benachbarten Klybeckquartier stand der Bau von Industrie- und Hafenanlagen im Vordergrund, wobei das ehemalige Fischerdorf seine neue Prägung ganz klar durch den Hafen erhielt. Der Aufschwung der Rheinschifffahrt mit immer leistungsfähigeren Schiffen führte zum Ausbau des Hafens und der Hafenanlagen. Zwischen 1919 und 1922 entstand das parallel zum Rhein ausgerichtete Hafenbecken I, zwischen 1936 und 1939 das quer zum Rhein liegende Hafenbecken II.

Das landwirtschaftlich geprägte Dorfbild verschwindet

Diese gewaltigen Eingriffe haben das Dorfbild komplett verändert und auch dazu geführt, dass die Dorfbewohnerinnen und -bewohner das landwirtschaftlich geprägte Leben aufgeben mussten. Die Umgestaltung des Rheins hatte zur Folge, dass mit dem Fischfang kein Auskommen mehr zu bestreiten war. Die Agrarflächen und die Obstgärten fielen dem Aushub der Hafenbecken oder dem Neubau von Fabriken, z.B. der Stückfärberei, zum Opfer. Mit der Ausdehnung der Stadt verschmolz Kleinhüningen zudem mit dem Stadtgebiet. Im Quartier selbst entstanden weitere Wohnbauten vor allem rund um den alten Dorfkern, Fabrikanlagen und Tanklager indes gegen die Grenzen hin. Seit den 1980er-Jahren baute der Staat zudem ebenfalls peripher eine Kläranlage sowie die Empfangsstelle für Asylbewerberinnen und Asylbewerber.

Neue Überbauungen auf ehemaligen Industrieflächen

Vor einigen Jahren entstand auf einem Teil des stillgelegten Industrieareals der ehemaligen Stückfärberei in Kleinhüningen eine Neuüberbauung mit grösseren Wohnungen und kindergerechtem Wohnumfeld. Auf dem restlichen Gelände der Stückfärberei wurde ein Einkaufszentrum mit Hotel und weiteren Freizeiteinrichtungen gebaut. In unmittelbarer Nachbarschaft der Stückfärberei entstand auf den Grundmauern eines ehemaligen Lagerhauses der Technologie Park Basel, der das Angebot an Räumlichkeiten für junge Firmen aus dem Life-Science-Bereich erweitert. Mit dem Wegzug der Kunststoff- und Verpackungstechnik-Firma Densa wurde 2009 an der Neuhausstrasse ein weiteres Industrie-Areal frei. Auf der brachfallenden Parzelle ist eine Wohnüberbauung nach einem Entwurf des Architekturbüros Luca Selva entstanden.

Weiterführende Informationen

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