Vielfalt im Kleinformat

Das Quartier, das seinen Namen von der gleichnamigen Kirche hat, wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert ausserhalb der ehemaligen Stadtmauern erbaut und grenzt direkt an die Kleinbasler Altstadt.

Matthäuskirche mit Blick nach Norden Zoom

Matthäuskirche – Blick nach Norden

Feldbergstrasse Zoom

Feldbergstrasse

Klybeckstrasse Ecke Feldbergstrasse Zoom

Klybeckstrasse Ecke Feldbergstrasse

Unterer Rheinweg Zoom

Unterer Rheinweg

Rheinufer Zoom

Rheinufer

St. Joseph-Kirche Zoom

St. Josephskirche

Theodor-Baerwart-Schulhaus Zoom

Theobald Baerwart-Schulhaus

Dreirosen Schulhaus Zoom

Dreirosen-Schulhaus

Charakter eines Wohn- und Gewerbeviertels bis heute erhalten

Das Quartier zieht sich nordwärts dem Rhein entlang und wird auf seiner Ostseite vom Riehenring sowie auf seiner Nordseite von der Horburgstrasse begrenzt. Das Quartier ist eines jener Viertel, welches für Arbeiterinnen und Arbeiter gebaut wurden. Die Originalbebauung zeichnet sich dadurch aus, dass es neben reinen Wohnhäusern auch sehr viele Bauten mit Ladenlokalen oder mit Restaurants gibt. Hinzu kommen zahlreiche Werkstätten, die sich oft in den Hinterhöfen befanden bzw. noch befinden. Der Charakter eines Wohn- und Gewerbeviertels hat sich denn auch bis heute erhalten, ebenso wie die dürftige Ausstattung mit Frei- und Grünflächen.

Bis 1870 viel Weide- und Ackerland

Bis 1870 konzentrierten sich die wenigen Häuser in der Gegend des späteren Matthäusquartiers entlang der beiden Ausfallachsen, der Klybeckstrasse und der Hammerstrasse. Die erstgenannte führte in das kleine Fischerdorf Kleinhüningen, letztere über die Landesgrenze in die deutsche Nachbargemeinde Weil am Rhein. Bis zum Einsetzen der Bautätigkeit wurde das Gebiet hauptsächlich als Weide- und Ackerland und für private Gärten genutzt.

Bis zur Jahrhundertwende stand fast das ganz Quartier

Die gründerzeitlichen Überbauungen schritten zügig voran. Bis zur Jahrhundertwende stand beinahe das ganze Quartier. Das schnelle Vorgehen führte zu einer einheitlichen Bebauung; viele Strassenzüge wurden als Gesamtensemble geplant und gebaut. Ab den 1960er-Jahren wurde dieses Erscheinungsbild der Strassenzüge teilweise zerstört, indem Gebäude abgerissen und häufig durch gesichtslose Neubauten ersetzt wurden. Die Originalbebauung zeichnet sich dadurch aus, dass es neben reinen Wohnhäusern auch sehr viele Bauten mit Ladenlokalen oder mit Restaurants gibt. Hinzu kommen zahlreiche Werkstätten, die sich oft in den Hinterhöfen befanden und befinden.

Wenig Frei- und Grünflächen aber Rheinufer zum Flanieren

Bei der Überbauung sparte man nur gerade etwas Platz rund um die Matthäuskirche sowie die Dreirosenanlage an der Nordgrenze des Viertels aus. Letztere wurde unlängst neu gestaltet und bietet eine aussergewöhnliche und mit dem Anerkennungspreis der Stiftung «Lebendige Stadt» ausgezeichnete Park- und Spielanlage. Allerdings verfügt das Quartier mit dem Rheinufer über einen wichtigen Pluspunkt bezüglich Freiflächen. Gegen Westen orientiert, eignet sich der alleeartige Untere Rheinweg zum Flanieren und Verweilen. Aufgrund der speziellen Lage erstaunt es auch nicht, dass sich in Rheinnähe tendenziell gehobenere, entweder renovierte oder neuerstellte Wohnbauten befinden.

Neuer öffentlicher Raum über der unterirdisch geführten Autobahn

Im nördlichen Bereich des Viertels dagegen wurde zwischen 1994 und 2000 ein Teil der Nordtangente, eine Stadtautobahn, gebaut. Dadurch herrschte in diesem Quartierteil Baustellencharakter und die Anwohnerschaft musste mit mannigfaltigen Auswirkungen der Bautätigkeit fertig werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten der im Matthäusquartier unterirdisch geführten Autobahn wurde der öffentliche Raum oberhalb des Tunnels begrünt und neugestaltet.

Der Bau grösserer Wohnungen soll das Quartier attraktiver machen

Der Verkehr ist aber nicht nur im Bereich der Nordtangente ein Problem. Auch die Häuserzeilen entlang der Hauptachsen Klybeckstrasse und Feldbergstrasse, die das Quartier durchqueren, sind starken Verkehrsimmissionen ausgesetzt, welche die Qualität des Wohnumfeldes und der Geschäftslage stark beeinträchtigen. Verschiedene Aufwertungsmassnahmen sollen darum die Attraktivität des Wohnviertels wieder zur Geltung bringen. Insbesondere soll das Angebot an Wohnungen im Matthäusquartier durch die Zusammenlegung von Kleinwohnungen und die Errichtung neuer grosser Wohnungen verbessert werden. Denn noch heute weisen über 80% des Wohnungsbestandes drei oder weniger Zimmer auf. Zwei Überbauungen mit Grosswohnungen wurden bereits realisiert. Zum einen handelt es sich dabei um die Sanierung einer staatlichen Liegenschaft am Bläsiring 40. Dort wurden in grösserem Stil Kleinwohnungen zu Grosswohnungen zusammengelegt. Der Staat erhofft sich, dass dieses Projekt privaten Investoren als Vorbild dient und diese davon überzeugt, ihre Häuser nach dieser Idee zu sanieren. Zum anderen wurde am Riehenring ein Mehrfamilienhaus mit 16 Familienwohnungen zu je vier oder fünf Zimmern erbaut, das überdies im Sockelbereich noch einen Kindergarten und ein Tagesheim beheimatet.

Weiterführende Informationen

Zahlreiche statistische Aspekte zu den Wohnvierteln und Gemeinden in Form von Grafiken, Karten und Tabellen finden Sie im Bereich: