Wohnungsbaustatistik

Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Basel-Stadt 851 Neubauwohnungen erstellt. Für die kommenden Jahre kann weiterhin eine hohe Neubauproduktion erwartet werden. Ende 2021 befanden sich gut 1'800 Wohnungen in der Bauphase und rund 200 waren bewilligt.

So viele Wohnungen erstellt wie seit rund 50 Jahren nicht mehr

2021 gelangten im Kanton Basel-Stadt 851 neue Logis auf den Wohnungsmarkt. 96 Wohnungen wurden abgebrochen und 222 Einheiten kamen per Saldo aufgrund eines Umbaus dazu. Daraus resultierten effektiv 977 Wohnungen (Nettoproduktion), was 0,9% des gesamten Wohnungsbestandes entspricht.

Dies ist der höchste Wert seit 1975. Der bereits hohe Vorjahreswert (672) wurde damit klar übertroffen. Dadurch ist auch der Zehnjahresmittelwert stark gestiegen. Er beträgt nun 563 Einheiten pro Jahr, während er letztes Jahr noch bei 496 lag.

Mehr als die Hälfte der neuen Wohnungen in Grossbasel

Insgesamt entstanden 53% der neuerstellten Wohnungen in Grossbasel, 36% in Kleinbasel und 9% in den Landgemeinden.

Nach Wohnviertel aufgeschlüsselt wurden in den Wohnvierteln Clara und St. Johann mit 225 und 214 Logis rund die Hälfte (52%) aller Neubauwohnungen erstellt. Prozentual war der Nettozuwachs im relativ kleinen Wohnviertel Clara mit 9,4% am grössten. Auch im Wohnviertel St. Johann wuchs der Wohnungsbestand mit 2,2% überdurchschnittlich.

Betrachtet man die Nettowohnungsproduktion – das heisst die Neubauwohnungen und auch die durch Umbau gewonnenen Wohnungen – in den letzten 10 Jahren, sieht man, dass die Wohnungsproduktion im Wohnviertel Rosental mit Abstand am grössten war. Die Nettoproduktion betrug rund 45% des Wohnungsbestandes von 2012. Im Kanton waren es dagegen gut 5%.

Die Bedeutung von Entwicklungsgebieten für den Wohnungsbau verdeutlicht noch eine andere Zahl: 22% der gesamtkantonalen Nettoproduktion in diesen zehn Jahren entfiel auf das Wohnviertel Rosental, in dem u. a. das Entwicklungsgebiet Erlenmatt entstanden ist.

41% der neuen Wohnungen entfallen auf zwei Grossprojekte

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Beim grössten Projekt, dem Claraturm im Wohnviertel Clara, wurden im Berichtsjahr 225 Wohnungen erstellt. 60 Logis konnten bereits im Vorjahr bezogen werden. Auf diesem Areal befanden sich früher Mehrzweckgebäude in Blockrandbauweise mit insgesamt 42 Wohnungen. Durch das Bauen in die Höhe entstanden nun rund sieben Mal mehr Wohnungen als vorher abgebrochen worden waren.

Das zweite Grossprojekt wurde im Wohnviertel St. Johann erstellt. Es ist die Überbauung Sonnenfänger mit 125 Genossenschaftswohnungen. Die Überbauung entstand auf einem Teil des Familiengartenareals Milchsuppe, welches 2014 im Zuge der Zonenplanrevision in die Bauzone umgezont worden war.
 

Wohnbaugenossenschaften erstellen die meisten Wohnungen

Rund 270 Wohnungen wurden von Wohnbaugenossenschaften erstellt. Dies entspricht einem Anteil von rund 32%. Darunter befindet sich die bereits erwähnte Überbauung Sonnenfänger mit 125 Wohnungen. Auf dem Entwicklungsgebiet Volta Nord kamen weitere 80 Einheiten dazu. Im Wohnviertel Hirzbrunnen entstanden 59 neue Wohnungen.

Knapp 245 Wohnungen (29%) erstellten Kapitalgesellschaften des Immobilienbereiches.

Gut 100 Einheiten (12%) erstellten Anlagestiftungen.

Der Rest verteilt sich auf Privatpersonen (9%), Kapitalgesellschaften ausserhalb des Immobilienbereichs (7%), andere private Auftraggeber (5%), öffentliche Unternehmen des Kantons (3%) und Einzelfirmen (3%).

Die Wohnungen werden grösser

  • Gut 34% der Neubauwohnungen sind Zweizimmerwohnungen
  • Bei 34% handelt es sich um Dreizimmerwohnungen
  • 18% sind Vierzimmerwohnungen
  • 6% sind Fünfzimmerwohnungen 
  • 5% sind Einzimmerwohnungen
  • 2% sind Wohnungen mit mindestens sechs Zimmern

Die durchschnittliche Zimmerzahl einer Neubauwohnung betrug 2,9 Zimmer, 2020 waren es 2,6 Zimmer.

Eine Neubauwohnung war im Berichtsjahr durchschnittlich knapp 82 Quadratmeter gross und damit grösser als der Durchschnitt aller Wohnungen (knapp 80 Quadratmeter).

Im Vorjahr waren die Neubauwohnungen mit durchschnittlich gut 73 Quadratmetern rund 8 Quadratmeter kleiner. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Anteil an Einzimmerwohnungen ab- und der an Wohnungen mit mindestens vier Zimmern zugenommen hat.

Umbaumassnahmen 2021

Durch Umbautätigkeiten resultierten 285 neue oder neuwertige Logis. Da im Zuge dieser Arbeiten 63 Wohnungen aufgehoben wurden, ergab sich ein Umbausaldo von 222 Logis. Dieser Wert ist zum elften Mal in Folge positiv. Im Einzelnen trugen folgende Tätigkeiten dazu bei:

  • 167 Wohnungen wurden durch die Umnutzung von ehemaligen Geschäftsräumen in Wohnungen gewonnen. Davon 156 Logis durch die Umnutzung von Büroräumen.
  • 69 Logis wurden durch die Aufteilung grösserer Wohnungen in kleinere Einheiten geschaffen.
  • Durch Dachstockausbauten und andere Erweiterungen in bestehenden Gebäuden kamen 32 Wohnungen hinzu.
  • 17 Wohnungen entstanden durch die Zusammenlegung kleinerer Wohnungen zu grösseren.

Demgegenüber gingen 32 grosse Wohnungen durch eine Wohnungsaufteilung, 28 Logis durch eine Zusammenlegung und 3 durch eine Zweckentfremdung verloren.

Das grösste Umbauprojekt entstand in der Nähe des Bahnhofs SBB. In einem ehemaligen Bürogebäude entstanden 127 möblierte Wohnungen. Einzig im Erdgeschoss blieb eine kleinere Bürofläche erhalten. Gemäss der jährlich durchgeführten Leerstandserhebung ist im Kanton Basel-Stadt seit 2019 ein Anstieg der leerstehenden Bürofläche feststellbar. Es kann deshalb vermutet werden, dass der Anreiz für solche Umbauprojekte derzeit gross ist.