Fokus Ukraine

Seit dem 12. März 2022 erhalten Flüchtlinge aus der Ukraine in der Schweiz den Schutzstatus S. Der Bund koordiniert die Verteilung der Schutzsuchenden auf die Kantone. Wenn Personen bei nahen Verwandten wohnen können, wird dies bei der Verteilung berücksichtigt. Die übrigen Schutzsuchenden verteilt der Bund möglichst gleichmässig und unter Berücksichtigung der verfügbaren Unterkünfte auf die Kantone.

Der Schutzstatus S wurde 1998 als Reaktion auf die Fluchtbewegungen in Folge der Balkankriege eingeführt. Für Geflüchtete aus der Ukraine wurde er nun erstmals aktiviert. Der Schutzstatus S ist auf ein Jahr befristet, kann aber verlängert werden.

Auswertungen zu Schutzsuchenden aus der Ukraine

Das Statistische Amt aktualisiert die Angaben zu den Schutzsuchenden aus der Ukraine wöchentlich.

Dem Kanton Basel-Stadt vom Bund zugewiesene Schutzsuchende aus der Ukraine

Zeitraum, Veränderung
zur Vorwoche
Total
Gesuche
Schutz
gewährt
Gesuch
hängig
Andere*
 
12.3.2022 - 26.1.2023 1 887 1 855 9 23
19.1.2023 - 26.1.2023 +1 +1 - -

*Gesuch abgewiesen oder gesuchstellende Person ausgereist, verstorben oder nicht auffindbar.

Quelle: Staatsekretariat für Migration (SEM)
   

Ukrainische Wohnbevölkerung

Die ukrainischen Schutzsuchenden werden nach und nach im Einwohnerregister des Kantons Basel-Stadt erfasst und zählen zur Wohnbevölkerung. Rund 86% der Ukrainerinnen und Ukrainer in Basel-Stadt sind Schutzsuchende mit Status S, ca. 14% verfügen über andere Bewilligungsarten. 

67% der Schutzsuchenden sind Frauen

67% der Schutzsuchenden sind weiblich. Besonders hoch ist der Frauenanteil bei den Erwachsenen ab 18 Jahren. Ein Drittel der schutzsuchenden Ukrainerinnen und Ukrainer sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 

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Personen mit Wohnsitz in der Ukraine, die nicht ukrainische Staatsangehörige sind, können ebenfalls den Schutzstatus S beantragen. In Basel-Stadt leben Ende November 57 Personen mit Status S, die eine andere als die ukrainische Staatsangehörigkeit besitzen. Gut ein Drittel davon sind russische Staatsangehörige.

Neu sind die Daten zum Schutzstatus S auch im Datenportal einsehbar.  
   

91% der Schutzsuchenden leben in Privathaushalten

91% aller Schutzsuchenden Personen in Basel-Stadt sind Ende Dezember in einem Privathaushalt untergekommen und nur 9% in Kollektivhaushalten. Ende März waren von den 863 Schutzsuchenden in Privathaushalten 151 in Haushalten mit ausschliesslich Schutzsuchenden. Die anderen 712 Personen lebten in gemischten Haushalten mit mindestens einer nicht schutzsuchenden Person.

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Ende Dezember lebt die Mehrheit der inzwischen 1548 Schutzsuchenden in Privathaushalten mit ausschliesslich Schutzsuchenden zusammen; insgesamt gibt es 349 derartige Haushalte im Stadtkanton.
 

Über 200 Arbeitsbewilligungen für Personen mit Status S

Bis Ende Dezember 2022 wurden im Kanton Basel-Stadt 235 Arbeitsbewilligungen an Personen aus der Ukraine mit Status S erteilt. Der Bestand hat sich gegenüber dem Vormonat um 22 Bewilligungen erhöht.

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Personen mit Schutzstatus S dürfen ohne Wartefrist einer Arbeit nachgehen. Ihre Erwerbstätigkeit ist jedoch bewilligungspflichtig. Für die Arbeitsbewilligung ist der Kanton des Arbeitsorts zuständig, wobei die Erwerbstätigen nicht im gleichen Kanton wohnen müssen. 

Das Statistische Amt aktualisiert die Auswertungen zur Wohnbevölkerung mit Schutzstatus S monatlich.
  
   

428 Kinder besuchen die öffentliche Schule

Stand 4. Januar besuchen 428 ukrainische Kinder und Jugendliche die öffentlichen Schulen des Kantons Basel-Stadt. Gezählt werden dabei nur Schülerinnen und Schüler, welche seit dem Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar neu eingetreten sind. Ebenfalls nicht in die Auswertung fliessen die Angaben derjenigen Kinder und Jugendlichen, die ausschliesslich Deutschkurse (beispielsweise Deutsch als Zweitsprache DaZ) besuchen.

Die Verteilung nach Geschlecht ist recht ausgeglichen: 203 (47,4%) Schülerinnen stehen 225 Schüler (52,6%) gegenüber.

Knapp 83% aller Geflüchteten nehmen dabei ein Angebot auf Primarstufe oder Sekundarstufe I in Anspruch; dazu zählen Kindergarten sowie Primar- und Sekundarschule. Im nachobligatorischen Bereich besuchen 62 ukrainische Jugendliche den Unterricht des Zentrums für Brückenangebote. Die Basler Gymnasien verzeichnen aktuell 10 Eintritte aus der Ukraine.

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Das Statistische Amt aktualisiert die Auswertungen zu den ukrainischen Schülerinnen und Schülern regelmässig.