Kurzarbeit in Basel-Stadt

Die angeordneten Massnahmen des Bundesrates haben Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft und auf den Arbeitsmarkt. Aktuelle monatliche Daten zur Lage auf dem Arbeitsmarkt liefert die Arbeitslosenstatistik des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Nachfolgend ist die Entwicklung der Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kanton Basel-Stadt abgebildet.

Zunahme der Kurzarbeitsanmeldungen

Mit der Verschärfung der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (Lockdown ab 17.03.2020) sind die Anmeldungen von Kurzarbeit seitens der Unternehmen rasant gestiegen. Für März 2020 wurde beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Basel-Stadt Kurzarbeit für rund 85'000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beantragt, während für den Vormonat Kurzarbeit für 28 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen beantragt worden war.

Für April 2020 ist Kurzarbeit für 94'000 Angestellte beantragt worden (Stand 05.05.2020). Die für März und April genehmigte Kurzarbeit erreicht fast 100% der beantragten Kurzarbeit. Wie viel der genehmigten Kurzarbeit auch in Anspruch genommen wird, d.h. auch abgerechnet wird, wird erst mit drei Monaten Verzögerung bekannt sein.

Die aktuelle Lage ist auch bei längerer Betrachtungsperspektive beispiellos. In normalen Zeiten wird Kurzarbeit für weniger als 100 Angestellte pro Monat beantragt. In Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 wurde zwischen März 2009 und Juni 2010 Kurzarbeit für rund 1'000 bis fast 1'700 Angestellte pro Monat beantragt, ein Bruchteil der aktuellen Zahlen. Abgerechnet wurde damals durchschnittlich die Hälfte der beantragten Kurzarbeit (um die Zahlen für die Jahre vor 2020 besser zu sehen, kann der Regler unter der Grafik verschoben werden).

Methodische Erläuterungen

Die Kurzarbeit ist ein Instrument des Bundes, um Entlassungen zu verhindern. Kurzarbeitsentschädigungen werden von den Unternehmen für ihre Angestellten beantragt, wenn sie mit einem vorübergehenden Rückgang der Nachfrage konfrontiert sind. Wegen der Corona-Krise wurde der Zugang zur Kurzarbeit erleichtert. Bei Erfüllung der Bedingungen für Kurzarbeit genehmigen die Arbeitsämter die Anträge. Nach Ablauf der Abrechnungsperiode wird die Kurzarbeit abgerechnet, d.h. es wird berechnet, wie viel effektiv weniger gearbeitet wurde. Daraufhin bekommen die Firmen eine Entschädigung, damit sie trotzdem die Löhne bezahlen können (80% des ausgefallenen Lohns). In der Grafik ist die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kanton Basel-Stadt abgebildet (Kanton der Benutzerstelle). Die Zahlen ab März 2020 sind provisorisch.

Genehmigte Kurzarbeit (Stand 05.05.2020, gerundete Zahlen)

 Für den Monat

Ausfallstunden Angestellte Abteilungen
Februar 2020 800 20 4
März 2020 4 866 000 85 000 3 600
April 2020 13 271 000 94 000 4 400

Die genehmigte Kurzarbeit für Basel-Stadt betrifft im April 2020 rund 4'400 Betriebsabteilungen, 94'000 Angestellte und insgesamt 13,3 Mio. Ausfallstunden (Stand: 05.05.2020).