Kurzarbeit in Basel-Stadt

Die angeordneten Massnahmen des Bundesrates haben Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft und auf den Arbeitsmarkt. Aktuelle monatliche Daten zur Lage auf dem Arbeitsmarkt liefert die Arbeitslosenstatistik des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Nachfolgend ist die Entwicklung der Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kanton Basel-Stadt abgebildet.

Zunahme der Kurzarbeitsanmeldungen

Mit der Verschärfung der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (Lockdown ab 17.03.2020) sind die Anmeldungen von Kurzarbeit seitens der Unternehmen rasant gestiegen. Für März 2020 wurde beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Basel-Stadt Kurzarbeit für rund 85'000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beantragt, während es im Vormonat noch 28 Anmeldungen gewesen waren.

Für April, Mai sowie Juni 2020 ist Kurzarbeit für fast 95'000 Angestellte beantragt worden (Stand 03.07.2020). Die für März bis Juni genehmigte Kurzarbeit erreicht fast 100% der beantragten Kurzarbeit. Wie viel der genehmigten Kurzarbeit auch in Anspruch genommen wird, d.h. auch abgerechnet wird, wird erst mit drei Monaten Verzögerung bekannt sein.

Die aktuelle Lage ist (auch bei längerer Betrachtungsperspektive) beispiellos. In normalen Zeiten wird Kurzarbeit für weniger als 100 Angestellte pro Monat beantragt. In Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 wurde zwischen März 2009 und Juni 2010 Kurzarbeit für rund 1'000 bis fast 1'700 Angestellte pro Monat beantragt. Abgerechnet wurde damals durchschnittlich die Hälfte der beantragten Kurzarbeit.

Methodische Erläuterungen

Die Kurzarbeit ist ein Instrument des Bundes, um Entlassungen zu verhindern. Kurzarbeitsentschädigungen werden von den Unternehmen für ihre Angestellten beantragt, wenn sie mit einem vorübergehenden Rückgang der Nachfrage konfrontiert sind. Wegen der COVID-19-Pandemie wurde der Zugang zur Kurzarbeit erleichtert. Bei Erfüllung der Bedingungen für Kurzarbeit genehmigen die Arbeitsämter die Anträge. Nach Ablauf der Abrechnungsperiode wird die Kurzarbeit abgerechnet, d.h. es wird berechnet, wie viel effektiv weniger gearbeitet wurde. Daraufhin bekommen die Firmen eine Entschädigung, damit sie trotzdem die Löhne bezahlen können (80% des ausgefallenen Lohns). In der Grafik ist die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kanton Basel-Stadt abgebildet (Kanton der Benutzerstelle). Die Zahlen der beantragten und der genehmigten Kurzarbeit der letzten drei Monate sind provisorisch. Die abgerechnete Kurzarbeit ist mit drei Monaten Verzögerung verfügbar.

Genehmigte Kurzarbeit (Stand 03.07.2020, gerundete Zahlen)

 Für den Monat

Ausfallstunden Angestellte Abteilungen
Februar 2020 800 20 4
März 2020 5 087 000 85 000 3 800
April 2020 13 208 000 95 000 4 800
Mai 2020 13 878 000 95 000 4 900

Juni 2020

11 666 000 95 000 4 900

Die genehmigte Kurzarbeit für Basel-Stadt betrifft im Juni 2020 rund 4'900 Betriebsabteilungen, 95'000 Angestellte und insgesamt 11,7 Mio. Ausfallstunden (Stand: 03.07.2020).