Kurzarbeit in Basel-Stadt

Die angeordneten Massnahmen des Bundesrates haben Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft und auf den Arbeitsmarkt. Aktuelle monatliche Daten zur Lage auf dem Arbeitsmarkt liefert die Arbeitslosenstatistik des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Nachfolgend ist die Entwicklung der Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in einem Betrieb arbeiten, welcher Kurzarbeit im Kanton Basel-Stadt beantragt hat, abgebildet.

Zunahme der Kurzarbeitsanmeldungen

Mit dem Lockdown zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie im Frühling 2020 sind die Anmeldungen von Kurzarbeit rasant gestiegen. Für März 2020 wurde beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Basel-Stadt Kurzarbeit für 85’000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beantragt, während es im Vormonat noch 21 Anmeldungen gewesen waren.

Die beantragte Kurzarbeit für April, Mai und Juni war am höchsten und betraf mehr als 90’000 Personen. Im Juli und August lag der Wert nur ein bisschen tiefer (rund 75’000). Von September bis Dezember betrug die Anzahl der Angestellten, für die Kurzarbeit beantragt wurde, zwischen 20'000 und 30'000. Zu Beginn des Jahres 2021 lag der Wert wieder im Bereich von 50’000 Personen. Im Mai 2021 war bereits ein deutlicher Rückgang zu beobachten und im September 2021 liegt der Wert mit rund 36'000 nochmals tiefer (provisorische Zahlen). 99% der beantragten Kurzarbeit wurde bisher vom AWA genehmigt.

Wie viel Kurzarbeit wird tatsächlich abgerechnet? 

Von März bis Mai 2020 wurde für 40’000 bis 60'000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich Kurzarbeit abgerechnet (die Spitze war im April). Damit liegt der Anteil der genehmigten Kurzarbeit, die abgerechnet und entschädigt wurde, im Frühling 2020 zwischen 50% und 65%. In den Monaten Juni bis September 2020 ging die Zahl der abgerechneten Kurzarbeit deutlich zurück. Im Januar und Februar 2021 wurde wieder Kurzarbeit für mehr als 20'000 Personen abgerechnet. Seit März 2021 geht die Zahl zurück.

Die aktuelle Lage ist (auch bei längerer Betrachtungsperspektive) beispiellos. Üblicherweise wird Kurzarbeit für weniger als 100 Personen pro Monat beantragt. In Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 wurde zwischen März 2009 und Juni 2010 Kurzarbeit für rund 1'000 bis fast 1'700 Personen pro Monat beantragt. Abgerechnet wurde damals durchschnittlich die Hälfte der beantragten Kurzarbeit.

Genehmigte Kurzarbeit (Stand 5.10.2021, gerundete Zahlen)

 Für den Monat

Ausfallstunden Angestellte Abteilungen
Mai 2021 3 358 000 35 000 2 100
Juni 2021 2 962 000 32 000 1 900
Juli 2021 2 698 000 31 000 1 800
August 2021 2 397 000 30 000 1 700
September 2021 1 941 000 26 000 1 500

Die genehmigte Kurzarbeit für Basel-Stadt betrifft im September 2021 1'500 Betriebsabteilungen, 26'000 Angestellte und insgesamt 1,9 Mio. Ausfallstunden (Stand: 05.10.2021).

Methodische Erläuterungen

Die Kurzarbeit ist ein Instrument des Bundes, um Entlassungen zu verhindern. Kurzarbeitsentschädigungen werden von den Unternehmen für ihre Angestellten beantragt, wenn sie mit einem vorübergehenden Rückgang der Nachfrage konfrontiert sind. Wegen der COVID-19-Pandemie wurde der Zugang zur Kurzarbeit erleichtert. Bei Erfüllung der Bedingungen für Kurzarbeit genehmigen die Arbeitsämter die Anträge. Nach Ablauf der Abrechnungsperiode wird die Kurzarbeit abgerechnet, d.h. es wird berechnet, wie viel effektiv weniger gearbeitet wurde. Daraufhin bekommen die Firmen eine Entschädigung, damit sie trotzdem die Löhne bezahlen können (80% des ausgefallenen Lohns). In der Grafik ist die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abgebildet, die in einem Betrieb oder in einer Betriebsabteilung arbeiten, die Kurzarbeit beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Kantons Basel-Stadt  beantragt haben. Die Zahlen der beantragten und der genehmigten Kurzarbeit der letzten drei Monate sind provisorisch. Die Zahl der abgerechneten Kurzarbeit in Basel-Stadt steht mit drei Monaten Verzögerung zur Verfügung.